Eigentümer gewinnen · Kosten und Rechnung
Immobilien-Leads kaufen: Preise, Kosten je Auftrag und Rechtslage
Ein Eigentümer-Lead kostet je nach Anbieter zwischen 49 und mehreren hundert Euro. Neben einer Provision von zehntausend Euro und mehr wirkt das günstig. Für die Entscheidung zählen aber die Kosten je gewonnenem Auftrag. Sie hängen davon ab, wie viele Kontakte tatsächlich verkaufen wollen, wie viele andere Makler denselben Kontakt erhalten und wie schnell du dich meldest. Dieser Leitfaden erklärt die Abrechnungsmodelle, rechnet ein Beispiel durch, nennt die Fragen an den Anbieter und die Rechtslage. Mit dem Rechner setzt du deine eigenen Zahlen ein.
Von der Maklytics-Redaktion · Stand 23. September 2026 · Preise mit Quelle und Datum, keine Anbieterempfehlung, keine Rechtsberatung

1. Was ist ein Immobilien-Lead?
Ein Lead ist ein Kontakt mit Namen, Telefonnummer und der Einwilligung, dass ein Makler sich meldet. Ob der Eigentümer verkaufen will, klärt erst das Gespräch. Die meisten Eigentümer-Leads entstehen, wenn jemand online den Wert seiner Immobilie berechnen lässt. Es gibt drei verbreitete Quellen.
- BewertungsrechnerDie häufigste QuelleEin Eigentümer gibt Adresse, Fläche und Baujahr ein und bekommt einen Schätzwert. Viele wollen nur wissen, was ihr Haus wert ist; verkaufen wollen die wenigsten sofort.
- Portale und AnzeigenVerkaufs- oder SuchanfragenPortale und Leadanbieter sammeln Anfragen über eigene Seiten und bezahlte Anzeigen und verteilen sie an Makler in der Postleitzahl.
- VorqualifiziertMit Telefonat vorabEinige Anbieter rufen den Eigentümer vor der Weitergabe an und fragen Zeitplan, Objekt und Verkaufsabsicht ab. Das kostet mehr und spart dir Leerläufe.
Geteilt oder exklusiv
Ein geteilter Lead geht an mehrere Makler gleichzeitig. Immowelt etwa verteilt jeden Lead an bis zu drei Makler im selben Postleitzahlgebiet (Immowelt Immobilienprofis, abgerufen am 23.09.2026). Wer zuerst anruft und am besten vorbereitet ist, bekommt das Gespräch. Ein exklusiver Lead geht nur an dich und kostet ein Mehrfaches.
Was nach dem ersten Anruf zählt
Nach dem Anruf sucht der Eigentümer dein Büro im Internet. Ob er einen Termin vereinbart, hängt dann von dem ab, was er dort findet: Google-Profil, Website, Bewertungen. Ein gepflegter Auftritt erhöht deshalb auch die Quote gekaufter Leads.
2. Preise und Abrechnungsmodelle
Die Preise hängen von Exklusivität, Vorqualifizierung, Region und Objektart ab. Verbreitet sind drei Modelle, die Anbieter oft kombinieren. Alle Beträge unten sind Angaben der jeweiligen Quelle und kein allgemeiner Marktpreis.
Festpreis je Lead
Du zahlst je Kontakt, unabhängig vom Ergebnis. Immowelt nennt 49 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für einen Lead, der an bis zu drei Makler geht (Quelle). Branchenratgeber nennen für Eigentümer-Leads Spannen von 50 bis 500 Euro und von 100 bis 750 Euro je Kontakt, je nach Qualität und Zahl der Empfänger (leadfluss.de und onpreo.com, abgerufen am 23.09.2026).
Erfolgsbeteiligung und Abo
Beim Provisionsmodell zahlst du nichts oder wenig vorab, gibst aber bei einem Verkauf einen Anteil deiner Provision ab; den Satz legt der Vertrag fest. Manche Anbieter bieten beide Varianten an. Beim Abo zahlst du monatlich für ein Kontingent oder ein Gebiet. Rechne jedes Modell auf denselben Nenner: Kosten je gewonnenem Auftrag und je Verkauf.
3. Wie viele Leads bringen einen Auftrag?
Zwischen Lead und Provision liegen drei Schritte: Termin, Alleinauftrag, Verkauf. Bei jedem Schritt fällt ein Teil der Kontakte weg, die Kosten für alle gekauften Leads bleiben. Maßgeblich ist deshalb, wie viele Leads du für einen Auftrag brauchst.

Ein Beispiel aus der Branche
Das IVD-Bildungsinstitut rechnet in einem Beispiel mit selbst über Google-Anzeigen erzeugten Eigentümer-Leads: 54,17 Euro je Lead und ein Auftrag aus etwa 50 Leads, also rund 2.700 Euro je Auftrag (IVD-Bildungsinstitut, abgerufen am 23.09.2026). Ein anderer Ratgeber schätzt, dass 70 bis 80 Prozent der Bewertungsleads keine konkrete Verkaufsabsicht haben (onpreo.com).
Übertragen auf einen geteilten Lead für 49 Euro: Wenn jeder zehnte Kontakt einen Termin bringt und jeder fünfte Termin einen Alleinauftrag, kostet ein Auftrag 2.450 Euro. Kommen nur halb so viele Termine zustande, zum Beispiel weil zwei andere Makler schneller angerufen haben, sind es 4.900 Euro. Die Terminquote verändert die Kosten stärker als der Preis je Lead.
4. Kosten je Auftrag berechnen
Trag den Preis aus dem Angebot und deine eigenen Quoten ein. Der Rechner zeigt Kosten je Auftrag, je Verkauf und den Anteil an der Provision, auch mit Erfolgsbeteiligung. Vorbelegt ist das Beispiel aus Kapitel 3. Nichts wird gespeichert.
Deine Rechnung je Monat
2.450 € je Auftrag
Leadkosten: 1.470 € für 30 Leads.
Daraus: 3 Termine, 0,6 Aufträge, 0,5 Verkäufe; ein Auftrag auf 50 Leads.
Kosten je Verkauf: 3.062 €
Anteil an der Provision aus diesen Leads: 22,7 %
Ein Auftrag im Monat ist eine kleine Zahl mit großer Streuung. Rechne erst nach drei Monaten mit deinen echten Quoten; die Vorbelegung ist ein Beispiel, kein Marktwert.
5. Fragen an den Leadanbieter
Die Antworten auf diese acht Fragen sagen viel über die spätere Terminquote. Stell sie schriftlich und vergleiche die Antworten mehrerer Anbieter, bevor du ein Kontingent oder ein Abo abschließt.
Herkunft und Qualität
- Woher kommen die Leads: eigener Bewertungsrechner, Portal, Anzeigen, Partnerseiten?
- An wie viele Makler geht ein Lead, und erfährst du, an wie viele?
- Wird vor der Weitergabe telefoniert, und was wird dabei abgefragt?
- Wie schnell nach der Anfrage bekommst du den Kontakt?
Vertrag und Absicherung
- Wie ist die Einwilligung zur Kontaktaufnahme dokumentiert, und bekommst du den Nachweis?
- Welche Leads kannst du reklamieren (falsche Nummer, kein Eigentümer, Doppel), und in welcher Frist?
- Gibt es eine Mindestlaufzeit oder eine Mindestabnahme?
- Wie hoch ist eine Erfolgsbeteiligung, auf welchen Betrag bezieht sie sich, und wie lange gilt sie nach dem Lead?
6. Rechtslage: Einwilligung und Dokumentation
Ein Werbeanruf bei einem Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung ist eine unzumutbare Belästigung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Die Einwilligung muss die Kontaktaufnahme durch einen Makler umfassen; die Zustimmung zur Wertberechnung allein reicht dafür nicht.
Dokumentieren und aufbewahren
Wer mit Telefonwerbung arbeitet, muss die Einwilligung zum Zeitpunkt ihrer Erteilung in angemessener Form dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren (§ 7a UWG). Lass dir deshalb zu jedem Lead Zeitpunkt, Formularwortlaut und Einwilligungstext geben. Kann ein Anbieter diese Angaben nicht liefern, trägst du das rechtliche Risiko.
Daten und Gespräch
Behandle gekaufte Kontaktdaten wie eigene Kundendaten: nur für den Zweck, für den sie erhoben wurden, und löschen, wenn kein Interesse besteht. Sag im ersten Satz, wer du bist und woher du die Nummer hast. Der Eigentümer erkennt so seine eigene Anfrage wieder, und das Gespräch beginnt auf einer klaren Grundlage. Stand der Angaben: 23. September 2026, keine Rechtsberatung.
7. Leads kaufen oder eigene Anfragen gewinnen?
Gekaufte Leads wirken sofort und verursachen laufende Kosten. Eigene Eigentümeranfragen aus Google-Suche, Kartenbereich und Bewertungen kosten Arbeit, aber keinen Betrag je Kontakt. Außerdem hat der Eigentümer dein Büro selbst ausgewählt und spricht nicht parallel mit zwei weiteren Maklern.
Wann Kaufen sinnvoll ist
Wenn du ein neues Gebiet erschließt, eine Lücke im Bestand überbrücken musst oder schnell prüfen willst, ob eine Objektart in einer Postleitzahl Nachfrage hat. Ein befristetes Kontingent mit klarer Messung eignet sich dafür als Test.
Wann eigene Sichtbarkeit trägt
Wenn du in deiner Stadt bleiben willst. Wer bei „Immobilienmakler [Stadt]“ und im Kartenbereich oben steht, bekommt Anfragen von Eigentümern, die ihn bereits verglichen haben. Wie du dahin kommst, zeigen die Leitfäden SEO für Immobilienmakler und Marketing für Immobilienmakler; wo dein Büro heute steht, zeigt das Stadt-Ranking.
8. Häufige Fragen zu Immobilien-Leads
Kurze Antworten zur Einordnung. Für deinen Vertrag mit einem Anbieter gilt, was darin steht.
Was kostet ein Immobilien-Lead?
Die genannten Preise reichen von 49 Euro netto für einen an bis zu drei Makler geteilten Lead bei Immowelt bis zu mehreren hundert Euro für exklusive, vorqualifizierte Kontakte. Aussagekräftig wird der Preis erst, wenn du ihn mit deiner Quote in Kosten je Auftrag umrechnest.
Wie viele Leads brauche ich für einen Auftrag?
Das hängt von Quelle, Qualität und deinem Nachfassen ab. Ein Branchenbeispiel des IVD-Bildungsinstituts rechnet mit etwa 50 Leads je Auftrag. Miss deine eigene Quote über mindestens drei Monate, bevor du ein Kontingent erhöhst.
Sind gekaufte Leads legal?
Ja, wenn der Eigentümer vorher ausdrücklich eingewilligt hat, von einem Makler kontaktiert zu werden, und die Einwilligung dokumentiert ist. Ohne Einwilligung ist ein Werbeanruf bei Verbrauchern nach § 7 UWG unzulässig.
Exklusiv oder geteilt?
Geteilte Leads sind billiger, aber du konkurrierst im ersten Gespräch mit bis zu zwei weiteren Maklern. Exklusive Leads kosten mehr und lohnen sich, wenn deine Quote mit Konkurrenz deutlich sinkt. Rechne beide Varianten im Rechner durch.
Verkauft Maklytics Leads?
Nein. Maklytics misst, wie sichtbar Maklerbüros in der Google-Suche, im Kartenbereich und bei öffentlichen Bewertungen sind, und zeigt, welche Handgriffe dein Büro nach vorn bringen. Es verkauft keine Kontakte und vermittelt keine Eigentümer.
Quellenstand: 23. September 2026. Preisangaben stammen aus den verlinkten Quellen und sind keine Marktpreise; Anbieter ändern ihre Konditionen. Gesetzesangaben verlinken auf gesetze-im-internet.de. Keine Anbieterempfehlung und keine Rechtsberatung.
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